Den DDR-Bezirkszeitungen - und insbesondere den SED-Bezirksorganen - kam im Kommunikationssystem der DDR eine politische wie publizistische Schlüsselfunktion zu. Mit einem weitreichenden und bis ins kleinste Detail geregeltem System lenkte und kontrollierte die SED die Zeitungen. Im Spannungsfeld zwischen Parteiauftrag und Leserinteresse war jedoch besonders die Bezirkspresse mit Aufgabenstellungen durch die SED derartig belastet; dass sie zwangsláufig versagen musste. Zuviel sollten die Bezirkszeitungen erreichen. Darüber hinaus war aber auch eine Umsetzung der Kernaufgabe der Bezirkspresse nicht möglich: Eine Vermittlung der SED-Politik und eine gleichzeitige Annáherung an die Realitátswahrnehmung und Interessen der Rezipienten (dies hátte die Lesbarkeit der Presseprodukte deutlich erhöht) schlossen sich gegenseitig aus. Die Realitát der SED war einfach nicht die Realitát der DDR- Bevölkerung. Die Autorin beschreibt und bewertet knapp 45 Jahre Zeitungs- und Journalismusgeschichte in der ehemaligen SBZ und DDR und dokumentiert das Scheitern der Bezirkspresse als eine Erscheinungsform des seit 1990 abgeschlossenen Scheiterns des DDR-Systems.
Friday, November 16, 2018
[PDF] Download Die Bezirkspresse der DDR (unter besonderer Berücksichtigung der SED-Bezirkszeitungen). Lokalzeitungen im Spannungsfeld zwischen Parteiauftrag und Leserinteresse Kostenlos
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Den DDR-Bezirkszeitungen - und insbesondere den SED-Bezirksorganen - kam im Kommunikationssystem der DDR eine politische wie publizistische Schlüsselfunktion zu. Mit einem weitreichenden und bis ins kleinste Detail geregeltem System lenkte und kontrollierte die SED die Zeitungen. Im Spannungsfeld zwischen Parteiauftrag und Leserinteresse war jedoch besonders die Bezirkspresse mit Aufgabenstellungen durch die SED derartig belastet; dass sie zwangsláufig versagen musste. Zuviel sollten die Bezirkszeitungen erreichen. Darüber hinaus war aber auch eine Umsetzung der Kernaufgabe der Bezirkspresse nicht möglich: Eine Vermittlung der SED-Politik und eine gleichzeitige Annáherung an die Realitátswahrnehmung und Interessen der Rezipienten (dies hátte die Lesbarkeit der Presseprodukte deutlich erhöht) schlossen sich gegenseitig aus. Die Realitát der SED war einfach nicht die Realitát der DDR- Bevölkerung. Die Autorin beschreibt und bewertet knapp 45 Jahre Zeitungs- und Journalismusgeschichte in der ehemaligen SBZ und DDR und dokumentiert das Scheitern der Bezirkspresse als eine Erscheinungsform des seit 1990 abgeschlossenen Scheiterns des DDR-Systems.
Den DDR-Bezirkszeitungen - und insbesondere den SED-Bezirksorganen - kam im Kommunikationssystem der DDR eine politische wie publizistische Schlüsselfunktion zu. Mit einem weitreichenden und bis ins kleinste Detail geregeltem System lenkte und kontrollierte die SED die Zeitungen. Im Spannungsfeld zwischen Parteiauftrag und Leserinteresse war jedoch besonders die Bezirkspresse mit Aufgabenstellungen durch die SED derartig belastet; dass sie zwangsláufig versagen musste. Zuviel sollten die Bezirkszeitungen erreichen. Darüber hinaus war aber auch eine Umsetzung der Kernaufgabe der Bezirkspresse nicht möglich: Eine Vermittlung der SED-Politik und eine gleichzeitige Annáherung an die Realitátswahrnehmung und Interessen der Rezipienten (dies hátte die Lesbarkeit der Presseprodukte deutlich erhöht) schlossen sich gegenseitig aus. Die Realitát der SED war einfach nicht die Realitát der DDR- Bevölkerung. Die Autorin beschreibt und bewertet knapp 45 Jahre Zeitungs- und Journalismusgeschichte in der ehemaligen SBZ und DDR und dokumentiert das Scheitern der Bezirkspresse als eine Erscheinungsform des seit 1990 abgeschlossenen Scheiterns des DDR-Systems.
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